Was hat ein Löffel mit Design zu tun?


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Was hat ein Löffel mit Design zu tun?

Der Typograph Adrian Frutiger sagte:
“Wenn ich mich am Abend an die Form des Löffels erinnere, mit dem ich am Mittag gegessen habe, dann war mit dem Löffel irgendetwas nicht in Ordnung“.

Es reicht also unserer gesunder Menschenverstand um gute von schlechter Gestaltung zu unterscheiden.

Wie beurteile ich ein Bild an der Wand. Ob nun Popart, klassisches Gemälde oder abstrakte Kunst. Entweder sagt etwas in uns “WOW!!!!!“ oder eben nicht. Wenn Kunst oder Gestaltung erst durch Erklärung an Wert gewinnt kann das wohl kaum ein emotionaler WOW-Effekt sein – oder?

Für den Typographen Kurt Weidemann ist ein Logo, ein gutes Logo wenn man es mit dem großem Zeh in den Sand malen kann. Ein leicht zu verstehender Leitsatz. Doch bedauerlicherweise sind wir all zu oft von überdesignten Produkten umgeben. Keep it simple! Weniger ist mehr!  Das Zauberwort ist Fokussierung.

Technisch sind viele Produkte nahezu identisch. Was sie unterscheidet ist oft nur das Design. Und daher ist es besonders wichtig eindeutige Formen zu finden. Die sich zum einen, deutlich von der Konkurrenz unterscheidet, vor allem aber schnell erfassbar und einfach zu verstehen sind. Optik und Usability – die Benutzerfreundlichkeit, sind elementare Faktoren für die Kaufentscheidung. Je eindringlicher das Design desto besser wird die Marke wahrgenommen. Wir alle können im Schlaf die Logos von Audi, Mercedes oder BMW mit dem großen Zeh in den Sand malen. Ein eindeutiger Wettbewerbsvorteil.

Sehen wir uns auf dem Smartphonemarkt die aktuelle Liste aller HUAWEI Handys an. Auf der Verbraucherseite www.consumer.huawei.com/de/mobile-phones/index.htm finden sich 25 (!) unterschiedliche Modelle.

Als Steve Jobs zu Apple zurückkehrte hatte Apple ein Warensortiment von 350 unterschiedliche Produkten. Jobs reduzierte die Palette radikal auf knapp zehn. Der Schlüssel zum Erfolg.

Ist eine Entscheidung zu treffen einfacher wenn ein besonders großes Angebot besteht? Sicher nicht. Wir haben alle ständig die Wahl. Die Wahl welches Bier, welches Brot, welche Jeans; Baggy, Bootcut, Straight Cut, Slim Fit, Super Slim Fit, Lose Fit, oder Regular Fit. All diese gibt es als Stone washed, aged, used, bleached, brushed, crinkle, coloured, lose oder pre washed  … das findet kein Ende! Früher gab nur die eine Jeans. Stoffhose oder Jeans. Waren unsere Eltern wegen weniger Entscheidungsmöglichkeit unglücklich? Wohl kaum. “Das Paradox der Wahl“ bringt uns ins Grübeln, und macht uns sicher nicht glücklicher.

Menschen möchten also an die Hand genommen werden, klare Vorgaben erleichtern den Alltag.

Ende 2016 hat Apple entschieden beim neuen I-Phone auf die Kopfhörerbuchse zu verzichten.
Diese Entscheidung hat sicher Mut gekostet. Und selbstverständlich wird nicht jeder damit einverstanden sein.

Wäre Apple ein wankender Konzern hätte das I-Phone 7 noch ein bis die Varianten
jeweils mit unterschiedlichen Buchsen, Formen  und Ausstattungen. Falls jemand die erste
Idee nicht mag gebe es ja noch zwei weitere.

Fazit:
Design muss eindeutige Entscheidungen treffen und den Gegenwind aushalten.
Schlechtes Alltagsdesign beruht auf Angst – oder schlichtem Unvermögen.

 

Hauke Andersen

About Hauke Andersen

Seit 1998 erstelle ich mit Leidenschaft 3D Visualisierungen, 3D Filme, incl. Postproduction (AE), verantworte Grafik und Layoutprojekte als AD und erschaffe neue Logos und Marken. Nicht zuletzt, hängt mein Herz an Illustrationen und Malerei. Macht Sie das neugierig? Dann ist folgende Rufnummer richtig: 0179 500 24 39

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